Da ich soeben den Testbericht meines Spaziergängers (=Walkmans) auf der Festplatte wiederfand, der bislang noch leider nicht veröffentlicht wurde, hab ich mir nun gedacht, dass ich das doch mal ganz bequem im Webblog nachholen könnte ;-) … Nun denn, viel Spaß beim Lesen:

Walkman-Erbe oder iPod-Abklatsch? – der Sony Walkman NWZ-A816 (25.11.2007)

+++ANNO DAZUMAL+++

Man schrieb das Jahr 1979, als Sony einen transportablen Kassettenspieler für den mobilen Musikfreund auf den Markt brachte. Sein Name ‚Walkman’ und seine Bestimmung: Revolution der Musikwelt. Und tatsächlich hat der ‚Walkman’ längst die Produktlinie des japanischen Herstellers verlassen und ist, auch in weiterentwickelter Form zu einem weltweit anerkannten Begriff für ein bestimmtes technisches Gerät mutiert, auf Augenhöhe mit dem Computer oder dem Fernseher. Aber aus dem Kassettenspieler (‚Walkman’) wurde der CD-Spieler (‚Discman’) und schließlich der MP3-Spieler – nur diesmal war der Apple-Ami schneller und hatte die Walkman-Story mit dem iPod wiederholt – und Sony geriet ins Schlingern. (Die MiniDisc-Story habe ich aufgrund der relativ niedrigen Bekanntheit ausgespart)

Nach ersten Gehversuchen mit kleinen, leichten MP3-Playern, auch Network Walkman genannt, stand es schlecht um Sonys Pionierrolle im Musikgeschäft. Die Verkaufszahlen entwickelten sich nicht wie erwartet, maßgeblich wegen der schlechten Bedienung und der schlechten Zwangssoftware Sony Stage. Der Walkman verschwand und tauchte an ganz anderer Stelle wieder auf – als Pionier im Handysegment.

+++WIE ALLES BEGANN+++

Doch nun genug von Gegenwartsgeschichte – der Walkman ist jetzt auch bei Sony selbst back -mit frischem Design und um Erfahrungen reicher. Was aber hat sich verändert und kann er mit der Konkurrenz mithalten? Das versuche ich hier im Review zu klären.

‚Wie kann ich Ihnen denn helfen?’, war die Frage des Saturn-Verkäufers, der meinen verzweifelten Blick auf die MP3-Player-Auslage nicht länger ertragen konnte. Meine Antwort darauf war sehr bestimmt: ‚Mein Wunschgerät sollte gute Soundqualität bieten, ne lange Akkulaufzeit und neben WMA und MP3 auch AAC abspielen können, sowie 4GB Speicherplatz bieten.’ Näher befasst hatte ich mich eigentlich mit dem Creative Zen und dem Samsung YP-T10, doch seine Antwort war so unerwartet und überrascht, dass es mir fast die Sprache verschlug. ‚Da wäre nen Sony nicht schlecht. Oder der Creative Zen. Aber der Sony ist Top von Akkulaufzeit und Sound.’ Also habe ich ein bisschen auf dem NWZ-A816 rumgedrückt und sofort gefiel mir das Aluminium-Gehäuse und die Bedienung. Nur die blaue Farbe passte nicht wirklich in mein Designkonzept.

Zuhause habe ich dann vergeblich nach Tests gegoogelt, habe ein kleines Ranking angefertigt und letztendlich einen schwarzen Sony DWZ-A816 bei amazon bestellt.

Und zwei Tage später kam das Päckchen schon an.

+++VERPACKUNG UND LIEFERUMFANG+++

Recht unspektakulär kommt der Walkman daher, verglichen mit dem Schneewittchensarg des ipod nanos, oder der schwarzen edlen Verpackung des Creative Zen. Ein kleiner Karton mit einer Abbildung des Geräts sowie reichlich kleine Schrift, EAN Codes und natürlich dem WALKMAN Logo, sowie eine Aufführung der wichtigsten Features. Farblich dominieren blau und weiß.

Im Inneren findet man auch in weiß, ein Pappkonstrukt, dass alle Zubehörteile und das Gerät enthält.

Dagegen kann sich der Lieferumfang sehen lassen. Das erste, was einem in die Hand fällt ist ein Stapel Papier. Heftchen, Zettelchen und wieder Heftchen, in allen möglichen Sprachen. Des weiteren findet man einen Dockingadapter für eine Dockingstation, ein ‚Walkman’ USB- Verbindungskabel, eine Software- CD – und Kopfhörer mitsamt Verlängerungskabel und zwei Paar Ohradapter von unterschiedlicher Größe. Die Kopfhörer machen dann auch die Unscheinbarkeit der Verpackung durch ausgesprochene Professionalität wieder wett. Die Klinkenstecker (3,5mm) sind vergoldet und die Ohrstöpsel haben ein Aluminium Finish.

Standardmäßig vermisst man aber das Netzteil.

+++LOOK & FEEL NWZ-A816+++

Das wichtigste ist natürlich der ‚Walkman’ selber. Bei dessen Gestaltung wurde, wie bereits angesprochen auf unnötige Designelemente wie Touchscreen oder Touchpad verzichtet. Das Gehäuse ist aus Metall und so beschichtet, dass das Gerät ziemlich robust und fettfingerresistent daher kommt. Nur die von Chrom bestimmten Seiten merken sich den ein oder anderen Fingerabdruck. Im Großen und Ganzen harmonieren Silber und Schwarz perfekt und geben dem Gerät eine edle Anmutung. Auf der Vorderseite befinden sich außerdem das Sony-Logo und das Walkman-Logo, beide silbern und gut zu erfühlen.

Im Mittelpunkt des A816 steht, wie sollte es bei einem ‚Digital Media Player’ auch anders sein, dass Display im Mittelpunkt. Dieses nimmt mehr als die Hälfte des Platzes für sich ein und ist mit seinen 2 Zoll mehr als ausreichend.

Und nun das wichtigste: Die Bedienelemente. Der Walkman verfügt dabei über einen Navkey, wie man ihn von Mobiltelefonen her kennt; einer ‚Zurück’- Taste und einer Optionstaste. Außerdem gibt es zwei Tasten für die Lautstärkeregelung (‚+’ und ‚-’) an der rechten Seite und einen ‚Hold’- Schieber auf der Rückseite. Mit der ‚Bedienung über eine mobiltelefon-ähnliche Schnittstelle’ hat Sony also nicht zu viel versprochen.

Die Anschlüsse für USB und Kopfhörer hat Sony an die untere Seit des Walkmans verbannt, eine meiner Meinung nach gute Position, wenn man den A816 um den Hals hängend bequem bedienen möchte, und für solcherlei Vorrichtungen wurde ja auch ein Öse an der rechten Seite des Gehäuses platziert.

+++NUN GEHT’S RICHTIG LOS+++

Im Auslieferungszustand sind zwar schon ein paar Songs und ein Trailer auf dem Player vorhanden, aber, da das nicht im Geringsten meinen Geschmack trifft und der Akku sowieso nach einer Erfrischung lechzt, schließe ich den Player auch gleich an meinen Rechner an. Das geht zwar nur mit einem Original-Sony-USB-Kabel, doch da ich noch nie ein Kabel verloren habe, gibt’s hier keine Abzüge. Wie bei Handys und MP3-Playern typisch, ist der A816 im USB- Modus nicht benutzbar.

Sofort nach dem Anschließen wird ein ‚Portable Device’ gemeldet und Windows XP fragt mich, was ich damit tun möchte. Es steht mir hier offen, ob ich die Musik per Drag’n Drop auf den Speicher schiebe, oder ob ich den MediaPlayer von Microsoft zum Synchronisieren verwenden möchte. Dem hinzuzufügen ist, dass der Microsoft Media Player 11 und damit Windows XP oder Windows Vista zwingend erforderlich ist, da das Gerät lediglich das MTP-Protokoll unterstützt.

Wenigstens ist man nicht an ein Musikverwaltungsprogramm gebunden, denn mein Windows Media Player 11 erkannte zwar den Walkman richtig, doch es war eine schwere Geburt den Walkman mit Hilfe dieser Software musikalisch auszustatten. Ich verwende stattdessen Media Monkey 3 BETA 3, obwohl mit Sicherheit auch Media Monkey 2 ausreicht. Dabei schluckt der Walkman neben MP3 und WMA (-DRM) auch AAC. ATRAC3 ist nicht mehr dabei.

Aber da der Player auch Videos und Fotos schluckt, möchte ich den Player nun auch anderweitig füllen und werde prompt im Regen stehen gelassen. Der Player kennt nur das .mp4-Format, doch mein ‚Say It Right’ Musikvideo kommt, wie es sich Microsoft wünscht im .wmv- Format. Nun ist guter Rat teuer. Kein Umwandlungsprogramm. Nichts. Eiskalt erwischt. Tja, gut, dass sich der Xilisoft Video Converter 3 unter meinen Programmen befindet. Also Video flugs umgewandelt in .mp4 und über den Explorer auf das Gerät gezogen. Fairerweise muss man sagen, dass sich Sony durchaus dieses Problems bewusst ist und auf einem der vielen Zettel ankündigt, eine ‚integrierte Verwaltungssoftware für digitale Medien’ mit dem Namen ‚Media Manager for WALKMAN’ in der Entwicklung zu haben und irgendwie überkommt mich das Gefühl, dass ich ein Produkt vor mir habe, was sich eigentlich noch in der Entwicklung befindet. Naja.

Fotos bekommt man am besten über den Explorer auf den Speicher des Gerätes. Man muss dabei allerdings gewisse Regeln beachtet, was die Ordnernutzung angeht. Diese werden aber in der Kurzanleitung ausführlich beschrieben.

Gut gefüllt geht der Walkman nun auf seine 33 Stunden andauernde Reise…